nav NARRATOR HOST IT ENZYKLOP TRASH POET

Der Akt:

von lat. actus. Darstellung des unbekleideten menschlichen Körpers. Urspr. die Bezeichnung für die vom Modell bezogene Haltung. Als Vorstudie dann für Aktzeichnungen zur Umsetzung eines Bildthemas übertragen, die wiederum ihren Ursprung in der anatomischen Zeichnung hat.  Erste Zeugnisse der A.-Darstellung sind Kultsymbole/Idole. Höchste Vollendung findet der A. in den Skulpturen und Plastiken der Antike. Im MA geht der A. in den Bilderkreis christlicher Themen ein wie Adam + Eva oder den Jesusknaben. Mit dem 15. Jh. beginnt die an der Natur orientierte Abbildung des Körpers. Der A. steht weiterhin im Rahmen inhaltlicher Themen, im 16. Jh. ergänzt durch den Bereich antiker Mythologie.  Bis ins 18. Jh. war es an den Akademien nicht erlaubt, nach weiblichen Modellen zu arbeiten. 1754 ist erstmals ein weibl. Modell in den Sälen der Akademie zugelassen. Zunehmend bekommt der A. einen bestimmten Selbstwert.  Das Frühstück im Freien, 1863 - Eduard Manet Inspiriert von einer Kopie nach Tizians „Ländliches Konzert“, knüpfte Manet an die Tradition eines klasssichen Themas (Feste in ländlicher Umgebung) an. Auch übernahm er die Figurengruppe von Raimondis Stich „Urteil des Paris“, der seinerseits einer von klassischen Reliefs beeinflußten Komposition Raffaels folgte.  Schockiert reagierten die Zeitgenossen auf die „Nackte“ im Bild. Nicht mythisch verbrämt der irdischen Sphäre entzogen, war ein „ideales“ Thema ins Realistische gewandt worden. Kunstsinnige Bürger und der Kaiser entrüsteten sich über die „Verletzung des Schamgefühls“, empfanden die Nacktheit als „ausgezogen“ und damit obszön.

 

Isaac Asimov (1920-1992):

amerikanischer Schriftsteller, prägte Anfang der 40er Jahre den Begriff "Robotik“ und legte seinen Science Fiction Stories drei Maxime zugrunde; die "ehernen“ Gesetze der Robotik:
1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Unterlassung ermöglichen, daß es Schaden nimmt.
2. Ein Roboter muß den Befehlen gehorchen, die Menschen ihm erteilen, außer dann, wenn diese Befehle dem ersten Gesetz zuwiderlaufen.
3. Ein Roboter muß seine eigene Existenz solange beschützen, wie er dadurch nicht mit dem ersten und zweiten Gesetz in Konflikt gerät.

 

Augustinus (354-430):

Einer der vier großen lateinischen Kirchenväter. Studierte in Karthago die "Freien Künste“ (nach Marcianus Capella: Grammatik, Dialektik, Rhetorik - das Trivium und Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik - das Quatrivium. In seinen "Confessiones“ schildert er, wie er das Leben mit allen Sinnen liebte und genoß. ... Schrifttum des weiteren: De civitate Dei, Sammlung seiner 300 Briefe.
Bekannte Legende: Am Ufer des Meeres sieht A. einen kleinen Knaben, der mit einem Löffel (bzw. einer Muschel), Wasser schöpft und in eine Sandgrube gießt. Befragt, was er täte, antwortet das Kind: "Das gleiche, was du tust! Du willst die Unergründlichkeit Gottes mit deinen Gedanken ausschöpfen - ich versuche das Meer auszuschöpfen!“

 

Charles Baudelaire (1821-67):

französischer Dichter, Kunstkritiker und Essayist. Berühmt wurde B. vor allem durch seinen Gedichtband "Les fleurs du mal“; B. stellt die Suche nach sich selbst, dem Absoluten in der Liebe und in den Drogen, dem Phantastischen, dem Schönen, dem Bösen in einer Schönheit der Form dar.

 

CAO:

Computer Aided Optimization

 

Lewis Carroll, eigentl. Charles Lutwidge Dodgson (1832-1898):

englischer Schriftsteller, Professor für Mathematik. Bekanntestes Buch: Alice im Wunderland (Alice´s Adventures in Wonderland, 1865); weitere Publikationen: Alice hinter den Spiegeln (Through the Looking-Glass, 1872), Silvie & Bruno (1893) etc.   Das besondere an C.s Büchern ist zweifelslos die Verwendung von Traumebenen und deren Verschmelzung mit dem realen Leben. Eine der ersten, der auf C. große Bedeutung für die moderne Literatur hingewiesen hat, war Arno Schmidt. Er sah in C. sogar den "Kirchenvater“ aller modernen Literatur.

 

Noam Chomsky (*1928):

amerikanischer Sprachwissenschaftler, lehrte am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ch. bestimmt die Linguistik eher als Teilgebiet der Psychologie. Aufgabe der Grammatik ist es, Hypothesen über "Sprachgefühl“ oder "intuitives, unbewußtes Wissen“ vorzuschlagen. Das latente normative Bewußtsein über sprachliche Strukturen führt Ch. gegen die behavioristische Position ins Feld, die Sprache auf Sprachverhalten und Kompetenz auf Können reduziert.

 

© LAB:

Das ganze Gonaden-System ähnelt einem mehrfach umgebauten und erweiterten Röhren-Strich und Kesselwerk  ... Sechs © LAB - Androiden überwachen und kontrollieren das System.

 

© LAB Androiden:

Sie lieben Risiken und Katastrophen:
Wie EL, der zyklopische Vielbeiner eine Art Plant-Insekt in Elefantengröße, der sowohl in dickwandige Stahlkammern als auch in aktive Vulkane kraxelt (oder auch in Dantes Inferno), um sie zu erforschen.
Ide, der nervtötende Sequenzierer von endlosen DNA-Ketten, ein ofenähnlicher Zylinder auf Rädern, der analysierend durch das LAB tapert.
PIT hangelt sich unter schlürfenden Geräuschen seines hydraulischen Motors an Häuten entlang, frißt Warzen ab, bespeichelt das Zeug mit Wasser und spuckt es in einen Plastiksack. Er hinterläßt eine schnell härtende und abdichtende Schleimspur.
EVA ein Raupenfahrzeug, das sich zusammenklappt, um durch ein enges Rohr in einen Uterus zu gelangen. Dort entfaltet es sich und fröhnt seinem Putzfimmel. Absolute cleaning crack.
EDDE, der Prototyp eines achtpfötigen Krabblers, sucht überdimensionierte Facettenaugen nach Rissen ab. Zur Navigation dienen Scanner, außerdem der ©-Chip. Edde wandert auf laut schmatzenden Saugnäpfen über die Oberfläche.
MI, das neuronale Gehirn, ist eifriger Sammler von ca. 20006 digitalisierten Denkorganen. Er ermöglicht es, die Schaltzentralen am lebenden Menschen zu untersuchen und steuert in happy hours die Limos des ©LAB mit Höllentempo über die Highways.

 

Cloacina:

Göttin und Schutzpatronin der Bewässerungsanlagen, auch der bäuerlichen, und der Kanalisation allgemein.  

Die Stadtverwaltung Roms nannte ihr zu Ehren die öffentlichen Latrinen "Cloaca Maxima“. Schon zu Cäsars Zeiten entsprachen die Latrinen hohen hygienischen Ansprüchen. Die sog. Latrina Publica war in Kreisform angelegt und die ca. 20 Plätze wasserunterspült. Hier unterhielten sich die Bürger und tauschten Nachrichten aus.

 

René Descartes (1596-1650):

französischer Philosoph und Mathematiker. Durch den Gesamtaufbau seines Systems, sein kritisches Denken und seine mechanistische Naturauffassung wurde D. zum ersten systemat. Denker der Neuzeit und Begründer des modernen Rationalismus. Sein philosoph. Neuansatz besteht in der Aufstellung eines sicheren Wahrheitskriteriums für alles Erkennen nach Vorangegangenem «methodischem Zweifel» an allem Wissen. Als einzige Gewißheit verbleibt dabei die Erkenntnis: «indem ich denke, bin ich» (Cogito, ergo sum). Den lebendigen Organismus verstand er als Maschine.

 

DNA:

englisch für DNS: Desoxyribonucleinsäure; wichtiger Bestandteil der Zellkerne aller pflanzlichen, tierischen u. menschlichen Organismen

 

Flüstergalerie:

Räume mit bes. konstruierten Gewölbe- oder Deckenformen, die den Schall zu einem genau berechnten Punkt leiten und ihn dort gewissermaßen zentrieren, so daß auch leise Töne über weite Entfernungen hin vernehmbar sind.

 

Galileo Galilei (1564-1642):

Seine astronomischen Beobachtungen und sein öffentliches Eintreten für das kopernikanische System und seine darauf begründeten Darlegungen zum Verhältnis zwischen Bibel und Naturerkenntnis führte 1616 erstmals zur Auseinandersetzung mit der Kath. Kirche, die an der geozentrischen Lehre des Aristoteles festhielt. Legende ist der Ausspruch: "Und sie (die Erde) bewegt sich doch"

 

Genetischer Fingerprint:

Das molekularbiologische Verfahren des genetischen Fingerabdrucks ist schon seit 1985 bekannt und dient ebenso zum Vaterschaftsnachweis wie zur Identifizierung von Straftätern. Mit Hilfe der Genanalyse können Spuren von Blut, Speichel oder auch Haarwurzeln einem bestimmten Menschen zugeordnet werden. Für diese Untersuchung der in den Zellkernen enthaltenen Erbsubstanz "DNS" (Desoxyribonucleinsäure - international DNA) genügen schon geringe Mengen, zum Beispiel wenige Tropfen Körperflüssigkeit. Vgl. DNA.

 

Gonade, -n (pl):

Geschlechts-, Keimdrüse

 

Granatbaum:

Bäume, zu den Myrtenpflanzen gehörender Strauch od. Baum des Orients (auch eine Zierpflanzenart). Der Granatbaum mit seiner Frucht und Blüte wächst sehr gut in Surinam, doch wird er von den Bewohnern wenig kultiviert. ... Die gelbe Raupe habe ich in Surinam mit Granatblättern gefüttert. Am 22. April hat sie sich festgemacht und hat sich in eine graue Puppe verwandelt, aus der am 8. Mai dieser wunderschöne Tagfalter schlüpfte. Er ist blau und silbern mit einem braunen Rand eingefaßt und mit weißen Halbmonden durchsetzt. Auf der Unterseite ist er braun mit gelben Augen. Die Falter sind sehr schnell im Fliegen.  ... Es sind breite Federn [ die Unterseite der Flügel ] wie die Federn der Pfauen, von wundersamem Glanz, wert anzuschauen, da sich dieser nicht beschreiben läßt. ... Zitat aus Maria Sibylla Merian Metamorphosis Insectorum Surinamensium

 

Januspforte:

Janus, röm. Gott der Tordurchgänge (Iani) des Anfangs und Endes. Hauptfest war das Agonium am 9. Jan. Auf dem 1-As-Geldstück war des Bild des Janus, ein Kopf mit zwei Gesichtern (im Profil nach links und rechts) geprägt. Am Forum stand das alte Janus-Tor, das nur in Friedenszeiten geschlossen werden durfte.  

Vor Augustus war das nur einmal 237 v. Chr. der Fall gewesen, unter Augustus dreimal. Unter Vespasian wurde der Tempel erneut geschlossen und ein Forum und Tempel des Friedens errichtet.

 

Jasmin:

zu den Ölbaumgewächsen gehörender Zierstrauch mit stark duftenden Blüten.
Wohlriechender Jasmin wächst in Surinam wild durcheinander wie "Hecken" und gibt einen so starken Duft von sich, daß man ihn von ferne riechen kann. Die grüne Raupe fraß Jasminblätter wie auch die Blätter von ...
Am 12. Februar hat sie sich in eine schön braun-schwarz gestreifte Puppe verwandelt, die, wenn man sie berührte, sich lange Zeit umdrehte. Daraus schlüpfte am 16. März ein grauer Eulenfalter, dessen Flügel innen gelb waren. ... Zitat aus Maria Sibylle Merian, op. cit.

 

KNN:

Künstlich Neuronale Netze

 

Kew Gardens:

Kew Gardens in London war der berühmteste botanische Garten und mit einer Pflanzensamenbank, die über 10% der Pflanzenarten aus dem trockenen und halbtrockenen Klimazonen der Erde verfügte.

 

Labyrinth: (griech.)

1.Allg.: Ein planmäßig angelegtes, meist architektonisches Gefüge zusammenhängender Gänge und Räume, das den Eintretenden verwirren und ihm sowohl Ziel als auch Rückweg verschleiern soll. Der griech. Sage nach ließ König Minos von seinem Baumeister Daidalos als Behausung des Minotauros auf Kreta ein Labyrinth errichten, das mit dem Palast von Knossos identisch sein soll. Das dort an den Palastwänden häufig auftauchende Zeichen der Doppelaxt (griech. labrys) bildet möglicherweise die ethymologische Wurzel des Begriffs. Das Labyrinth ist ein Symbol für Angst, Wiedergeburt und Befreiung.
2. Anatomie: das Innenohr der Wirbeltiere, einschließlich des Menschen, das sowohl als Hörorgan als auch als Gleichgewichtsorgan und als Organ des Drehsinns fungiert

 

Lautréamont (eigentl. Isidore Ducasse, 1846-70):

französischer Dichter, Schöpfer der traumhaften Dichtung "Die Gesänge des Maldoror“. Der erste Gesang erschien noch anonym (1868), der vollständige Band unter seinem Pseudonym Comte de Lautréamont (1869). L.s Sprache ist ein unvergleichliches Lösungsmittel und Keimplasma zugleich (André Breton).

 

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716):

Gilt als einer der letzten Universalgelehrten der Neuzeit. Als Philosoph versuchte L. die mechanist. Naturerklärung von R. Descartes durch die Einführung des Begriffs der Zweckursachen mit dem relig. Glauben zu versöhnen. Die Weltvorgänge in den einzelnen Monaden (geistige Krafteinheiten) sollen durch ein von vornherein von Gott angelegten Gleichklang aufeinander abgestimmt sein (prästabilierte Harmonie). Er forderte eine allg. Wissenschaftslehre (scientia universalis), für die er eine formale Zeichensprache («characteristica universalis») aufzustellen suchte, in der die Ideen durch algebraische Verknüpfungen ausgedrückt werden. L. konstruierte auch die erste Rechenmaschine mit Staffelwalze.

 

Li Tai - Bo (701-762):

Der weise Dschuang Dschou träumt, daß er ein Schmetterling -
Oder träumte ein Schmetterling den Weisen?
Wandel, Wechsel ist ein jedes Ding,
Und das Weltall ist in ewigen Kreisen. ...

Dschuang Dschou (gest. 275 v.Chr.), uns eher als Dschuang-dse, "Meister Dschuang“, geläufig, ist einer der Väter des Taoismus; sein Schmetterlingstraum wohl die meistzitierte Parabel aus dem Dschuang-dse (2.12):
Einst träumte Dschuang Dschou, daß er ein Schmetterling wäre, ein farbiger, flatternder Schmetterling. Froh mit sich selbst, tat er, was ihm gefiel, und wußte nichts von Dschou. Mit einemmal erwachte er und war tatsächlich Dschou! Träumte nun Dschou, daß er ein Schmetterling wäre, oder träumte der Schmetterling, daß er Dschou wäre? Zwischen ihm und dem Schmetterling muß doch ein Unterschied sein. Eben das nennt man der Wesen Wandlung.

 

Maria Sibylla Merian (1647-1717):

deutsche Kupferstecherin und Naturforscherin. Hauptwerk: Metamorphosis Insectorum Surinamensium. Die Pioniertat der M. lag darin, die Insekten- und Pflanzenwelt Surinams (Niederländisch-Guayana) erstmalig wissenschaftlich aufbereitet und in ihren ökologischen Zusammenhängen entdeckt zu haben.

 

Marienpalais:

St. Petersburg: gelegen am südl. Ende des Isaakplatzes. Heute Sitz des St. Petersburger Stadtsowjets.  Unter Nikolaus I. zwischen 1839-44 errichtet (Historismus). 1894 an den Staat verkauft, der es dem Reichsrat zuwies.

 

Metamorphose:

1.Umgestaltung, Verwandlung
2.Entwicklung vom Ei zum geschlechtsreifen Tier
3.Umwandlung der Grundform pflanzlicher Organe in Anpassung an die Funktion
4.(Pl.) Variationen aus der Musik
5.Verwandlung von Menschen in Tiere, Pflanzen, Steine o.ä. (griech. Mythologie)

 

Mimese:

1.Schutztracht mancher Tiere, die sich vor allem in der Färbung belebten und unbelebten Körpern ihrer Umgebung anpassen können.
2.spottende Wiederholung der Rede eines anderen
3.Nachahmung eines Charakters dadurch, daß man der betreffenden Person Worte in den Mund legt, die den Charakter bes. gut kennzeichnen (antike Rhet.)
4.Nachahmende Darstellung der Natur im Bereich der Kunst (Plato, Aristoteles)

 

Mimikry:

1.Selbstschutz von Tieren, der dadurch erreicht wird, daß das Tier die Gestalt, die Färbung, Zeichnung wehrhafterer od. nicht genießbarer Tiere täuschen nachahmt.
2.Selbstschutz von Tieren, der dadurch erreicht wird, daß das Tier die Gestalt, die Färbung, Zeichnung wehrhafterer od. nicht genießbarer Tiere täuschen nachahmt.

 

Morula:

Maulbeerstadium, maulbeerähnlicher, kugeliger Zellhaufen, der nach mehreren Furchungsteilungen aus der befruchteten Eizelle entsteht.

 

Muskus:

Die Muskusblüte wächst an einer Pflanze, die etwa 8 Fuß hoch ist. Die Blüte ist hellgelb und hat keinerlei Duft. ... M.S. Merian

 

Nelumbo Nucifera:

Lotosblume. Symbolisiert für die Hindu Schönheit und Heiligkeit. Den Buddhisten gilt die heilige Pflanze als Sinnbild des reinen Geistes und Thron des Buddha. Im Schlamm wachsend sind ihre Blüten von klarem Rosa oder Weiß. Die Lotosblume kann sich selber aufheizen und ihre Temperatur regulieren; ein Service für wärmebedürftige Befruchter.

 

Newskij Prospekt:

Haupteinkaufsstraße und wichtige Verkehrsader in St. Petersburg von der Admiralität bis zum Alexander-Newskij-Kloster. 1712-18 unter Peter d. Gr. gebaut; „Große Perspektive genannt“. Im Laufe der Jahre wird ein Vielzahl repräsentativer Gebäude (Geschäfts- und Wohnhäuser, Banken und Paläste) errichtet. Ab 1783 als N. P. bezeichnet. Nach der Oktoberrevolution erfolgt eine Umbenennung in „Prospekt des 25. Oktobers“. 1944 wird die Prachtstraße wieder N. P. genannt.

 

Friedrich Nietzsche (1844-1900):

deutscher Philosoph. In seiner Frühphase steht im Zeichen Schopenhauers Philosophie und R. Wagners Bekanntschaft die "Geburt der Tragödie“, die im Sinne des mytholog. Irrationalismus, Mythos, unter Zugrundelegung des Gegensatzes von apollinisch und dionysisch die griech. Tragödie zu deuten, ihren Verfall zu erklären versucht u. ihre "Wiedergeburt“ in der Musik R. Wagners in Aussicht stellt. N. ist Schöpfer der Gedankendichtung "Also sprach Zarathustra“, in der er seine Lehren vom Übermenschen und der Ewigen Wiederkehr darstellt.

 

Nucleolus:

Kernkörperchen des Zellkerns

 

Nukleus:

1.Zellkern
2.Nervenkern
3.Feuersteinblock, von dem der Steinzeitmensch Stücke zur Herstellung von Werkzeugen abschlug.
4.Kern, Kernglied einer sprachlich zusammengehörenden Einheit

 

NYSE:

New York Stock Exchange, in der Wallstreet Treffpunkt der Börsianer und weltweit größter Aktienmarkt. Der Hauptraum ist eine fast quadratische Halle, deren Wände mit edlem Marmor ausgeschlagen sind; die Decke ist reich mit Gold- und Stuckarbeiten verziert. Ein kompliziertes Rohrsystem, das an eine Chemieanlage erinnert, durchzieht den Raum. Die Leitungen bergen die gesamte Infrastruktur, inklusive Rohrpostsystem der Börse. Alle Geschäfte werden elektronisch abgewickelt. An Anzeigentafeln rotieren die aktuellen Kursverläufe. Der Aktienindex Dow-Jones spiegelt die Kursbewegungen wider.

 

Ezra Loomis Pound (1885-1972):

amerikanischer Dichter. 1943-44 römischer Radiosprecher, von den Amerikanern als Faschist angeklagt; übersetzte frz. Troubadour-Dichtung, chines. u. jap. Lyrik.
Dichtung: z.B. Cantos 1925-40 und Pisan Cantos 1948.

 

Rainer Maria Rilke (1875-1926):

österr. Dichter, erhielt maßgebende Eindrücke in Rußland und Paris (u.a. Sekretär A. Rodins). In seiner Dichtung behandelt er Themen wie Einsamkeit, Schwermut, Weltangst und die Suche nach Gott mit der ihm eigenen Sprachästhetik. Werke : z.B. Stundenbuch 1905, Duineser Elegien 1923, Sonette an Orpheus 1923 etc.

 

Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch, * 1927:

russ. Violoncellist und Dirigent. Sein breites Repertoire umfaßt u.a. zahlreiche Werke des 20. Jahrhunderts. Seit 1961 auch Dirigent u.a. am Bolschoi Theater. Verließ 1974 mit seiner Frau die UdSSR. Von 1978-90 ausgebürgert. Von 1977-1994 Leiter des National Symphony Orchestra in Washington. Viele zeitgenössische Komponisten wie B. Britten, D. D. Schostakowitsch, schrieben eigens Stücke für ihn.

 

William Shakespeare, (1564 - 1616):

engl. Dramatiker, Schauspieler und Dichter. Wohl ab 1589 in London ansäßig. Ab 1594 Mitglied der Theatergruppe „Chamberlains´s Men“ (später „King´s Men“). Steht als Autor an hohem Ansehen. Ab 1599 u.a Teilhaber am Globe Theatre. Zwischen 1610-12 kehrt S. an seinen Heimatort Stratford-upon-Avon zurück. Zieht sich 1613 aus dem Theaterleben zurück. Entstehungszeiten und Chronologien der Werke lassen sich nur annähernd bestimmen. Auswahl:
Königsdramen: Richard II. 1595, Heinrich VIII. 1612
Tragödien: Romeo und Julia 1595, Hamlet 1600, Macbeth 1606
Komödien: Der Widerspenstigen Zähmung 1593/94, Viel Lärm um nichts 1599, Ein Sommernachtstraum 1595/96
Hartnäckig hielt sich die Bacon-Theorie, die voraussetzt, daß Sir Francis Bacon und nicht S. für die herausragenden dramatischen Leistungen verantwortlich ist.
Man hoffte, dem Rätsel S. näher zu kommen, als 1938 das Grab des 1599 verstorbenen Epikers Edmund Spenser in Westminster Abbey geöffnet wurde. Denn zu dessen Bestattung hatten bedeutende Künstler Huldigungsgedichte als Grabbeigabe verfaßt. Die Erwartungen erfüllten sich nicht; Grabräuber hatten sich

schon bedient.

 

Shakespearebühne:

Die dreiteilige S. entstand nach Vorbildern rekonstruierter spätantiker Theater und nach Mustern großer Höfe englischer Gasthäuser, in denen herumziehende Schauspielertruppen auftraten. Die Theater waren rund oder polygonal und nach oben offen angelegt. Den Wänden entlang liefen gedeckte, mehrstöckige Galerien. Das hochstrebende Bühnenhaus bestand aus einer in den unbestuhlten Hof hineinragenden Vorderbühne, einer durch einen Vorhang abgetrennten Hinterbühne und einer Oberbühne für z.B Balkonszenen. Die Mehrzahl von Spielfeldern erlaubte eine flüssige Szenenfolge, nahezu ohne Pausen, da ohne Kulissen gespielt wurde, bestenfalls mit Versatzstücken. Langwierige Umbauten fielen weg. Ohne historische Kostüme und ohne Bühnenbild waren die Akteure gefordert, die Phantasie des Publikums anzuregen und Illusionen adäquat zum Stück zu erzeugen.

 

SKO:

soft kill option

 

Stachelanone:

dt.: Sauersack. Die Frucht ähnelt den Melonen. Sie schmeckt säuerlich wie Weintrauben. Auf Barbados wird auch Wein aus dieser Frucht gepreßt.

 

St. Petersburg:

Zweitgrößte Stadt Rußlands, am östlichsten Winkel des Finn. Meerbusens gelegen. 4,19 Mio. Einwohner. 40 Flußarme, ca. 20 künstliche Kanäle und Hunderte von Brücken durchziehen das Stadtgebiet. Kern der Stadt ist die Peter- und Pauls- Festung. St. Petersburg ist der geistige Entwurf, das Hirngespinst eines absolutistischen Herrschers. Eine faszinierende Kopfgeburt: Utopie und Fiktion zugleich, steingewordenes Zeugnis einer materialisierten Architektur von Zarewitsch “Peter dem Großen“. Es sollte sein prachtvolles Fenster zum Westen werden, das neue geistige kulturelle Zentrum repräsentieren, den asiatischen Osten ins Hinterland verbannen. In dieser gigantischen Kulisse, diesem Welttheater aus hartem Stein, auf Tausenden von Leichen und Sumpf gebaut, residierte die literarische Avantgarde, aber auch Lenin und Stalin. Petersburg später Leningrad zeigt auch Spuren eines totalitären Machtanspruchs des Diktators Stalin, der Rußlands Geschichte neu schreiben wollte: Erstarrte Geschichte an architektonischen Zeugnissen ablesbar - zitierte Geschichte. Aleksandr Sergejewitsch Puschkin (1799 - 1837) beschreibt die weißen Nächte von Petersburg, dieses Halbdunkel; ein Dämmern zwischen Kreativität und Wahnsinn, ein Ort der Verlorenheit - kulissenhaft und unwirklich. Unten der kleine verbeamtete Mensch, dort oben der übermächtige Herrscher. Mit seinem Poem „Der Eherne Reiter“(1833) schafft er einen literarischen Gedächtnisraum und ein Manifest dieser Petersburger Doppeldeutigkeit.
In Nikolaj Wassiljewitsch Gogols (1809 - 1852) „Petersburger Erzählungen“, z.B. „ Der Newski Prospekt“ (1835) duftet es zwar „nach Feiertag und nach Promenade“ doch dann entpuppt er sich schnell als unwirklicher Ort der „schnellen Phantasmagorie“, als Ort, an dem keine Menschen, sondern „schwarze Bartkoteletten“, „Schnurrbärte“ und „Damenmäntel“ spazieren gehen. Das Petersburger Stadtbild ist anstatt mit Menschen mit unzähligen Uniformen und Atrappen bestückt: grotesk und kulissenhaft. Zitat: ...“hier atmet alles Betrug“, die Stadt „lügt zu jeder Tageszeit...doch am meisten dann, wenn...der Dämon selber die Lampen anzündet...“ Eine beispielhafte Erzählung ist „Die Nase“ (1836). Gogols Helden stehen als Spiegel dieser Szenerie: Figuren, die sich spalten und verdoppeln - die verkörperte Schizophrenie zaristischer Hofschranzenwillkür, die alles Menschliche zum Kopisten bzw.Abschreiber degradiert und die „Luft verpestet“. Das heutige St. Petersburg hat diesen Dichter ein „Nasendenkmal“ gesetzt.
Fjodor Michajlowitsch Dostojewskis (1821 - 1881) Herr Goljadkin, ein Amtschreiber, trifft auf dem nächtlichen Nachhauseweg auf seinen „Doppelgänger“. Die nächtliche Figur war aber niemand anders als er selbst. Ja, - wahrhaftig, er war Herr Goljadkin und doch er selbst, leibhaftig - in jeder Beziehung war er sein eigener Doppelgänger: Inszeniertes Welttheater einer Kulissenstadt. Trugbild über Trugbild, und zugleich gesellschaftliches Abziehbild einer modernen Industriestadt, in der die sozialen Klüfte unüberwindlich scheinen, wo Armut, Krankheit und Prostitution das Stadtbild prägen; die Wirklichkeit der stickigen Straßen, die übelriechenden Kanäle, die dunklen dumpfen Hinterhöfe; chaotisch atemlos und fiebrig geschildert.

 

Andreij Arsenjewitsch Tarkowskij, (1932 - 1986):

russ. Filmregisseur. Seit 1969 drehte er Filme wie Andreij Rubelow, Solaris oder Stalker, die intensiv von einer poetischen Stimmung und von Musik geprägt sind. Die filmische Struktur und die philosophischen Elemente darin stellen hohe intellektuelle Ansprüche. Nach Abschluß von Arbeiten in Italien kehrte er 1984 nicht mehr in die Sowjetunion zurück.

 

Alan M. Turing (1912-54):

britischer Mathematiker. War einer der großen abstrakten Denker dieses Jahrhunderts. Ein Jahrzehnt vor dem ersten praktischen Computer beschrieb er dessen wesentliche Charakteristika: Er postulierte, daß eine "universale Turingmaschine“ jede logische Prozedur verkörpern könne, wenn sie nur die richtigen Instruktionen erhielte. In einem seiner Essays formulierte T., daß "es Menschen geben mag, die klüger sind als jede gegebene Maschine, aber dann mag es wiederum andere Maschinen geben, die ihrerseits klüger sind - und so fort“. Während des zweiten Weltkrieges gehörte T. zu einem britischen Wissenschaftlerteam, das einen Apparat entwickeln sollte, mit dem man die Codes der deutschen ENIGMA - Codierungsmaschinen entziffern konnte. Die Todesursache ist nach wie vor umstritten, ob Selbstmord, Unfall oder Liquidation.

 

Vespasian (9 - 79):

Titus Flavius Vespasianus , röm. Kaiser von 69-79. V.s Vater war Steuereintreiber in Asien, später Bankier in Aventicum. In den britannischen Feldzügen 43/44 unter Claudius bewährte sich V. als Legat. 67 Befehlshaber unter Nero im jüdischen Aufstand. Das Orientheer rief 69 V. zum Kaiser aus. Als er Mitte 70 in Rom eintraf, startete er eine erfolgreiche Schuldentilgung durch scharfe Steuermaßnahmen. Unter anderem schlug V. (als erster) aus den Latrinen (s. Cloacina) Kapital. Von den Wollwäschern Roms, die den Harn zum Färben und Fixieren der Wolle benötigten, trieb er die sog. Urinsteuer ein. V.s Sohn Titus befand, daß diese Steuer stinken würde, worauf jener T. eine Münze unter die Nase hielt und sagte: "Pecunia non olet.“ Die Wollwäscher ihrerseits verewigten ihren Unwillen in einem neuen Namen für die Latrinen Roms - die "Vespasiani“.

 

Winterpalais:

Ältester und bedeutendster Gebäudetrakt der Eremitage. Zwischen 1711 und 1754 mehrere Umbauten und Vergrößerungen des Gebäudes. Zarin Elisabeth genehmigt 1754 Rastrellis Pläne zu einem kompletten Neubau. Bis 1762 fertiggestellt. Das W. zählt zu den Hauptwerken des russischen Barock.

 

Yerkisch:

Y.: nach Robert Mearns Yerkes, 1876-1956, Zoologe und Psychologe an amerikanischen Universitäten. Mitbegründer der modernen Tierforschung. Bekannt durch seine Intelligentstests mit Primaten, in den Laboratories of Primate Biology in Orange Park. Y.: von Sprachforschern entwickelte Kunstsprache. Sie besteht aus bildlichen Zeichen auf Tastknöpfen, die mit einem Computer verbunden sind. Getestet an einem Schimpansen namens Washoe, ergab sich folgender Computerdialog:
Washoe: Bitte.
Maschine: Was willst Du?
Washoe: Hinaus.
Maschine: Wer hinaus?
Washoe: Du
Maschine: Wer noch?
Washoe: Ich.

 

Zarskoje Selo (Puschkin):

Berühmt wegen seiner zwei Schlösser und den aufwendigen Gartenanlagen. Peter d. Gr. schenkt seiner Frau Katharina I. das Gebiet mit dem finnischen Namen ´Saari Muis`. 1717 Baubeginn des Katharinenpalastes unter dem Architekten Johann Braunstein. Tochter Elisabeth I. lässt später umfangreiche Arbeiten mit verschiedenen Arch. ausführen. Nach Rastrelli holt Katharina d. Gr. den Arch. Charles Cameron für aufwendige Umgestaltungen an den Hof. Einer der bekanntesten Säle des Palastes: Das bis heute verschollene Bernsteinzimmer, von Andreas Schlüter 1709 entworfen. Die Ausstattung wurde Peter d. Gr. vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. geschenkt. Der klassiszistische Alexanderpalast wurde unter Katharina d. Gr. von 1792-95 nach Plänen von Giacomo Quarenghi für ihren Lieblingsenkel, den späteren Alexander I. errichtet.